15.12.2023

Gemeinsam für eine starke Stimme der Jurastudierenden

Der Bundesverband rechtswissenschaftlicher Fachschaften (BRF)

Gemeinsam für eine starke Stimme der Jurastudierenden

Der Bundesverband rechtswissenschaftlicher Fachschaften (BRF)

Trotz unterschiedlicher Hochschulgesetze haben Jurastudierende bundesweit ähnliche Fragen und Probleme.  | 
 © Chinnapong – stock.adobe.de
Trotz unterschiedlicher Hochschulgesetze haben Jurastudierende bundesweit ähnliche Fragen und Probleme. | © Chinnapong – stock.adobe.de

Der Bundesverband rechtswissenschaftlicher Fachschaften e.V. (BRF) ist die zentrale Interessenvertretung der Jurastudierenden in Deutschland. Als Dachverband vertritt er die hochschulpolitischen Belange von über 120.000 Studierenden in ganz Deutschland. Dabei agiert der Verband unabhängig und überparteilich gegenüber regionalen und überregionalen Institutionen.

Die verschiedenen Hochschulgesetze der Länder bieten den Studierenden unterschiedliche Formen der Mitbestimmung. Einige Länder sehen lockere Interessenbündnisse vor, während andere Körperschaften mit eigener Haushaltsautonomie etabliert haben. Trotz dieser Unterschiede haben die Jurastudierenden bundesweit ähnliche Fragen und Probleme, die es zu bewältigen gilt.

Um die Ziele des Verbands zu erreichen, erhebt der BRF seine Stimme auf zahlreichen Veranstaltungen und gegenüber verschiedenen Institutionen wie dem Deutschen Juristen-Fakultätentag, den Justizprüfungsämtern der Länder sowie Bundes- und Landesjustizministerien. Dabei werden wichtige Impulse gesetzt und die studentische Perspektive in die Diskussionen eingebracht.


Zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Fachschaften unterstützt der Verband auch die Vernetzung in Form von Landesfachschaften. Dies ermöglicht eine gemeinsame Abstimmung und Verfolgung einheitlicher Ziele in den einzelnen Ländern.

Bundesfachschaftentagung unter dem Motto „Let’s make our voices heard“

Ein Höhepunkt im Amtsjahr 2022/23 des BRF war die 12. Bundesfachschaftentagung (BuFaTa) im Juli in Tübingen. Unter dem Motto „Selbstbestimmt studieren“ („Let’s make our voices heard“) kamen über 150 Jurastudierende aus ganz Deutschland zusammen. Ziel der Tagung war es, die ideale Gestaltung der akademischen Ausbildung und die Möglichkeiten, sich in die Lehre der Rechtswissenschaft einzubringen, zu reflektieren. In verschiedenen Workshops wurden konkrete Kriterien für eine modernere und studierendenfreundlichere Ausbildung erarbeitet.

Die Ergebnisse dieser Tagung dienen als Arbeitsgrundlage für das kommende Amtsjahr und sind über die Website des Vereins einsehbar (www.bundesfachschaft. de). Die nächsten Zwischentagungen zur Fachschaftsvernetzung werden diesen Herbst und im Frühjahr 2024 stattfinden, gefolgt von der BuFaTa Mitte 2024 in Köln unter dem Motto „Herausforderungen der Rechtswissenschaft in Gegenwart und Zukunft“.

Aktuelle Kernforderungen des BRF

Die Verbesserung der Studienbedingungen ist die zentrale Aufgabe des BRF und wird durch viel ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Arbeitskreisen angegangen. Zu Themen wie

  • einem integrierten Bachelor,
  • der Senkung von psychischem Druck im Studium,
  • dem Ausbau der digitalen Lehre,
  • dem E-Examen oder
  • der Harmonisierung der Prüfungs- und Studienbedingungen innerhalb der Länder

werden Recherchen betrieben und Konzepte erarbeitet, die als Diskussionsgrundlage gegenüber Entscheidungsträgern dienen. Darüber hinaus beschäftigt sich der Verein auch mit aktuellen inhaltlichen Komponenten des Studiums wie dem NS-Justiz-Unrecht oder dem Themengebiet Klima im Recht und entwickelt ein eigenes Reformkonzept für ein optimales Jurastudium.

Gleichzeitig wird akut auftretenden Problematiken wie beispielsweise der geplanten Abschaffung der Ruhetage im Examen oder der Abwertung des Schwerpunktes durch Stellungnahmen, Demonstrationen und weitere Projekte begegnet.

Beschlossen und verkündet: Einsetzung einer Referendariatskommission

Durch die Aufteilung der juristischen Ausbildung in Studium und juristischen Vorbereitungsdienst gilt der Blick des BRF auch dem Rechtsreferendariat. Dazu wurde auf der vergangenen BuFaTa in Tübingen die Einsetzung einer Referendariatskommission beschlossen, die auf eine bundesweite Verbesserung des juristischen Vorbereitungsdienstes und der zweiten Staatsprüfung hinwirken soll.

Bestehend aus zwei Studierenden und vier Rechtsreferendaren befasst sich die Kommission mit der Entwicklung von inhaltlichen Positionen und Forderungen, dem Verfassen und der Abgabe von Stellungnahmen zum juristischen Vorbereitungsdienst und dem Austausch mit den Personalvertretungen der Rechtsreferendaren.

Das Engagement der Fachschaften und die Unterstützung aller Mitglieder machen die Arbeit des BRF aus und verleihen den Interessen der Jurastudierenden eine Stimme. Der Verein bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich selbst aktiv einzubringen und gemeinsam die Zukunft des Studiums zu gestalten.

 

Entnommen aus Recht reloaded 1/2023, S. 46.

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