Sensorinfrastruktur in Chemnitz

Das Pilotprojekt Smart Urban Services

Sensorinfrastruktur in Chemnitz

Das Pilotprojekt Smart Urban Services

Chemnitz arbeitet mit an den Forschungsfragen der Zukunft. | © mejn - stock.adobe.com
Chemnitz arbeitet mit an den Forschungsfragen der Zukunft. | © mejn - stock.adobe.com

Chemnitz arbeitet mit an den Forschungsfragen der Zukunft. Die Stadt  ist  eines von zwei Reallaboren im interdisziplinären Forschungsverbund „Smart Urban Services: Datenbasierte Dienstleistungsplattform für die urbane Wertschöpfung von morgen“. Die Frage lautet, wie Smart Urban Services einen Vorteil für Kommunen und deren Bewohnerinnen und Bewohner erzielen können.

Was sind Smart Services?

Smart Services sind intelligent vernetzte Dienstleistungen, die aus der Erhebung und Zusammenführung unterschiedlicher Daten entstehen. Für das Projekt wurde im Sommer 2017 eine Bluetooth-Sensorinfrastruktur in der Chemnitzer Innenstadt installiert.

Interaktive Stadtkarte und Dienstleistungsplattform

Es wird eine interaktive Stadtkarte entwickelt, die Bewegungen in der Stadt mit Veranstaltungsdaten verknüpft. Die Karte wird in der Innenstadt zu sehen sein und zeigen, was in Chemnitz los ist. Kooperationspartner ist das Chemnitzer Stadtmagazin 371.

Die erhobenen Daten werden auf einer browserbasierten Dienstleistungsplattform gebündelt. Stadtplaner, Forscher und Verkehrsexperten erhalten Informationen zu Bewegungsströmen und Verkehrsaufkommen in der Chemnitzer Innenstadt und können diese dann für ihre Arbeit einsetzen.

MobiApp Chemnitz

Eine weitere Entwicklung im Rahmen des Projektes ist die MobiApp-Chemnitz, die Bürgerinnen und Bürger seit Januar 2018 testen können. App-Nutzer können mit Hilfe der App Feedback zu Verkehr und Mobilität in Chemnitz und dem öffentlichem Raum geben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eigene in der Stadt zurückgelegte Routen nach verschiedenen Kriterien zu bewerten und mehr über das eigene Verkehrsverhalten (Modal Split) zu lernen. Zu den Bewertungskriterien zählen beispielsweise Pünktlichkeit des gewählten Verkehrsmittels, Sicherheit auf der gewählten Route oder der bauliche Zustand der genutzten Verkehrswege. Zusätzlich können Nutzer Gestaltungsvorschläge erstellen und die Orte, an denen sie umgesetzt werden sollen, in einer Karte markieren.

Die mit der App gesammelten Daten werden erst nach aktiver Zustimmung und Freigabe durch die Nutzer für die Auswertung zur Verfügung gestellt. Diese können dann durch die Stadt Chemnitz in der Dienstleistungsplattform genutzt werden, um etwaigen Hinweisen auf Schäden, Mängel oder Missstände im öffentlichen Raum sowie auf Straßen und Plätzen nachgehen und diese gezielt beheben zu können.

Die MobiApp Chemnitz ist im Google Playstore https://play.google.com/store/apps/details?id=ac.keim.mmtrackerv2&hl=de kostenfrei erhältlich.

Zur Entwicklung der Smart Services hatten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation die Bedarfe der Stadt Chemnitz analysiert. In den Entwicklungsprozess sind u. a. verschiedene Fachämter der Stadt Chemnitz und städtische Akteure wie die Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG), die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- u. Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE) und das Studentenwerk Zwickau-Chemnitz eingebunden.

Sensoren in der Innenstadt

In der Innenstadt, auf dem Brühl und dem Campus der Technischen Universität Chemnitz wurden Umwelt- und Bluetooth-Sensoren an Ampeln und Straßenlaternen installiert. Während erstere Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfassen, können letztere Bewegungen registrieren. Die Bluetooth-Sensoren erfassen beim Vorbeigehen elektronische Endgeräte, wie Smartphones der Verkehrsteilnehmer, sofern sie Bluetooth aktiviert haben. Für die Datenverarbeitung wurde ein umfassendes Datenschutzkonzept entwickelt.

Nutzerdaten anonymisiert

Datenschutzrechtliche Maßnahmen, wie die mehrstufige Anonymisierung von personenbeziehbaren Daten, verhindern Rückschlüsse auf Einzelpersonen und schützen so die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger. Die erfassten Daten werden zur prototypischen Entwicklung der drei intelligenten, vernetzten Dienstleistungen, sogenannte Smart Services, genutzt. Die Smart Services sollen auf innovative Weise dazu beitragen, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.


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