Hessische Bildungslandschaften im Fokus – Einsichten und Ausblicke

Hessische Bildungslandschaften im Fokus – Einsichten und Ausblicke

Unter dem Titel „Hessische Bildungslandschaften im Fokus – Einsichten und Ausblicke“ veranstaltete die Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Hessen am 15. November 2017 ihren zweiten Fachtag im Saalbau Gallus in Frankfurt am Main.

Anwesend waren rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Darunter Landräte, Erste Kreisbeigeordnete, Fachkräfte aus den Bereichen Bildungsmanagement, Bildungsmonitoring und kommunale Koordinierung von Bildungsangeboten sowie Expertinnen und Experten aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft.

Die Transferagentur Hessen – Ergebnisse, Leistungen und Perspektiven für die zweite Förderphase

„Wir sind nicht das große Schiff, sondern das kleine. Wir sind die Lotsen. Als Dienstleisterin ziehen wir die Kommunen in die Diskurse zu kommunalen Bildungslandschaften hinein – vorbei an Untiefen, Stromschnellen und Sandbänken“, erklärte Felicitas von Küchler, Leiterin der Transferagentur.

Das Unterstützungsangebot der Transferagentur umfasst Fachtage, Seminare, Workshops, Coachings und Fachgruppentreffen. Hierbei hat die Transferagentur passgenaue Angebote entwickelt: Coachings für die Steuerungsebene und für Fachkräfte zur Professionalisierung in den neuen Berufsfeldern Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring. In den Fachgruppen zum Bildungsmonitoring und zur Kommunalen Koordinierung von Bildungsangeboten von Neuzugewanderten werden mit Fachkräften und internen und externen Expertinnen und Experten intensiv Themen wie Bestandsaufnahme, Integration, Bildungsberichte, kleinräumige Daten und Vernetzung diskutiert.

Seit 2015 hat die Transferagentur Hessen insgesamt 48 Veranstaltungen mit 942 Teilnehmenden ausgerichtet. Parallel begleitet sie momentan 63 Fachkräfte intensiv bei ihrer Arbeit in den Kommunen. Insgesamt sei zu beobachten, so Frau von Küchler, wie sich Bildungslandschaften in Hessen und über Hessen hinaus ausgeweitet hätten und das Thema Bildung zunehmend an Bedeutung gewinne.

„Wichtige Themen für die Zukunft seien: Der demographische Wandel, Digitalisierung, Integration und Demokratiebildung“, führte Frau von Küchler weiter aus. Die Aufgabe der Transferagentur sei es, die Kommunen bei diesen Themen auch weiterhin mit Angeboten zu unterstützen, zu beraten und zu begleiten. In diesem Sinne begrüßte sie die Verlängerung der Förderung der Transferagenturen sowie der Förderprogramme für die Kommunen, „Bildung integriert“ und „Kommunale Koordinierung von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte“, durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis ins Jahr 2022. Für die Ausgestaltung der Bildungslandschaften sei es weiterhin zentral, die Vernetzung und den Transfer in und zwischen den Kommunen zu stärken. Für die Zukunft werde die Transferagentur ihre Unterstützungsangebote fortführen, die Vor-Ort-Betreuung intensivieren, neue Kommunen in bereits bestehende Veranstaltungsformate integrieren und für Nachhaltigkeit sorgen.

Expertengespräch: Hessen im Fokus – Trends und Herausforderungen für die Bildung

Im Expertengespräch kamen die Teilnehmenden zum Schluss, dass unsere Gesellschaft von Diversität geprägt sei und die Gestaltung der Zukunft dringend Antworten auf den demographischen Wandel bräuchte. Veränderungsnotwendigkeiten sahen sie daher bei der interkulturellen Öffnung von Verwaltung und Schule und in diesem Kontext auch bei der Elternarbeit. Einig waren sie sich auch bei der Frage, dass Bildung eine Gemeinschaftsaufgabe sei. Dennoch verlief die Diskussion nicht ohne Kontroversen, etwa bei der Frage nach der Schaffung von Strukturen zur Gestaltung von Bildung. Einerseits stoße staatliche Bildungspolitik immer wieder an Grenzen und den Vorwurf, sie reguliere zu stark, andererseits sehe sie sich mit dem Vorwurf konfrontiert, sie werde ihrem Gestaltungsauftrag nicht gerecht.

Praxisforen: Einblicke in Hessische Bildungslandschaften vor Ort

In den Praxisforen hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, Eindrücke aus der Praxis anderer Kommunen zu erhalten. Das Themenspektrum war breit gefächert: von der Bedeutung der Digitalisierung für das Bildungsmanagement der Stadt Darmstadt über die Erstellung des ersten Bildungsberichts in der Bildungsregion Lahn-Dill, den Beitrag von Bürgerbeteiligung zum Aufbau einer Bildungslandschaft im Kreis Marburg-Biedenkopf bis zur Bildungskoordination als Grundstein für ein kommunales Bildungsmanagement im Kreis Bergstraße. Darüber hinaus war mit dem Rhein-Neckar-Kreis ein an Hessen angrenzender Kreis aus Baden-Württemberg vertreten, der seine Pilotprojekte für die Kommunale Koordinierung vorstellte.

Gespräch mit Landräten und Beigeordneten aus Hessen: Fit für die Zukunft durch die Gestaltung von Bildungslandschaften

Im Gespräch mit den Landräten und Beigeordneten der vier Landkreise wurde vor allem eines deutlich: Bildung spielt eine zentrale Rolle, wenn es um die Zukunftsfähigkeit und die Attraktivität der Landkreise geht. Dies gilt für die Gewinnung von Fachkräften, den Zuzug von Familien, den demographischen Wandel insgesamt sowie für die Integration, die Nutzung interkultureller Kompetenz und den Verbleib von Auspendlern und Know-How in der Region. Selbst Klimaschutz und echte Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern seien eine Bildungsfrage. Um Antworten auf diese Herausforderungen zu finden, bedürfe es eines aktiven und strategischen Vorgehens. Bereits vorhandene Bildungsangebote müssten sichtbar gemacht, Dopplungen und Lücken aufgedeckt, Angebote aufeinander abgestimmt werden. Mit Bildungsmonitoring könne man frühzeitig schauen, wo die Reise hingehe. Alle Beteiligten sahen ihre Teilnahme an den Förderprogrammen „Bildung integriert“ und „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ als Chance, ihre Bildungslandschaften weiter auszubauen und wichtige Akteure mit ins Boot zu holen.

Bessere Bildungschancen durch individuelle Bildungswege – Zusammenfassung und Abschluss

Dr. Christan Vogel vom Bundesinstitut für Berufsbildung gab in seinem Vortrag Anregungen, wie die Durchlässigkeit im Bildungssystem verbessert werden könne und zeigte Möglichkeiten zu Übergängen und Interaktionen zwischen verschiedenen Bildungsangeboten auf. Sabine Süß unterstrich an dieser Stelle die Rolle non-formaler Bildungsangebote, wie sie insbesondere von zivilgesellschaftlichen Akteuren wie Vereinen und Initiativen bereitgestellt würden.

Nachdem zuvor die Landräte und Ersten Kreisbeigeordneten bereits ihre Fachkräfte für ihre Arbeit gelobt hatten, schloss Felicitas von Küchler die Veranstaltung mit den Worten: „Für die Ausgestaltung von Bildungslandschaften sind drei Dinge relevant: Bildungsmanagement, Bildungsmonitoring und Engagement. Als Transferagentur haben wir gemerkt, dass das, was wir vor zwei Jahren geplant haben, jetzt in der Realisierungsphase ist. Möglich war dies nur, weil es von politischer Ebene gewollt und auf fachlicher Ebene engagiert umgesetzt wurde.“

 

www.transferagentur-hessen.de

(Quelle: Pressemitteilung vom 20.11.2017)

 

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