Aachen 2025: Digitalen Wandel erleben

Aachen 2025: Digitalen Wandel erleben

„Aachen 2025 – Digitalen Wandel erleben“ war der Titel eines dreitägigen Events, der vom 23. bis 25. September 2016 in Aachen stattfand. Mehrere tausend Besucher konnten anschaulich erfahren, welches Potenzial die Digitalisierung hat und wie sie schon heute, vor allem aber in der Zukunft, fast alle Lebensbereiche verändert. Programmmacher waren Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen der Stadtgesellschaft, die sich in einem Netzwerk organisiert hatten, um „Aachen 2025“ auf die Beine zu stellen.

Der erste Impuls für Aachen 2025 kam von Rolf Geisen, Vorstand des REGINA e.V. (REGionaler Industrieclub Aachen). Sein Anliegen: Menschen, die keine Experten sind, sollen in die Lage versetzt werden, die Digitalisierung nicht nur passiv zu „erleiden“, sondern aktiv zu gestalten. Voraussetzung dafür ist Information. Und eine wirkungsvolle Art der Informationsvermittlung ist direktes Erleben. Gemeinsam mit Dr. Günter Bleimann-Gather, Vorstand des Aachen Marketingdienstleisters TEMA Technologie Marketing AG entwickelte Geisen die Idee für Aachen 2025: Wir zeigen vor Ort anschaulich und konkret, was Digitalisierung für verschiedene Alltagsbereiche bedeutet.

Netzwerk macht „Digi-Tal Aachen“ konkret

In der Aachener Region gibt es viele Tausende Menschen in Hunderten von Unternehmen und Institutionen, die im Bereich Digitalisierung unterwegs sind. Viele davon arbeiten aktiv an der digitalen Zukunft. Das ist sicher einer der Gründe, dass die Idee hier auf fruchtbaren Boden fiel. Schnell fanden sich Menschen, die sich für das Projekt begeisterten. Es entstand ein Netzwerk engagierter Bürgerinnen und Bürger, die ihren Mitbürgern zeigen wollten, was die Digitalisierung für die Gegenwart, vor allem aber für unsere Zukunft bedeutet.

Die rund 300 „Mitmacher“ arbeiten in Unternehmen unterschiedlichster Branchen, vom großen Softwareunternehmen über Startups bis zum Goldschmied. Hochschulinstituten und Institutionen wie IHK und die Stadt Aachen sind auch dabei, außerdem studentische Initiativen und Kulturvereine oder engagierte Privatpersonen. Gemeinsam entwickelte man das Programm für acht sogenannte „Themenparks“: „Wohnen, Energie & Wasser“, „Lernen, Bildung & Kultur“, „Produktion“, „Einkaufen“, „Arbeiten“, „Kommunizieren“, „Mobilität“ und „Gesundheit“. Dazu kam ein Festival mit Filmen, die sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen oder aber Zukunftswelten entwerfen.

Auch Sponsoren ließen sich von Aachen 2025 begeistern. Neben regionalen Unternehmen konnte CISCO System GmbH als Unterstützer gewonnen werden. Norbert Büning, CDA Germany Program Lead, Cisco Services, begründet das Engagement so: „Bei ‚Aachen 2025 – Digitalen Wandel erleben‘ handelt es sich um ein einzigartiges Konzept, in dem … der Digitale Wandel erlebbar gemacht wird. Die ganze Veranstaltung ist wirklich einzigartig und trifft genau unsere Vorstellungen: Jetzt ist die Zeit reif – den digitalen Wandel in Deutschland zu erleben.“ Unterstützung gab es schließlich auch vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung, Interreg Euregio Maas-Rhein.

 Der Event

Am Freitag, 23. September, wurde Aachen 2025 mit drei zentralen Veranstaltungen eröffnet: der feierlichen „digitalinée“ vormittags in der Aula der RWTH, einer vom RWTH ASTA organisierten Diskussionsveranstaltung und der „InnovationNight“, einer abendlichen Networking-Veranstaltung.

Prominente Gäste waren NRW-Minister Garrelt Duin und Armin Laschet, MdL, sowie Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und Ralf Krewinkel, Bürgermeister der niederländischen Stadt Heerlen. Eine Brücke zwischen dem „Digi-Tal“ Aachen – ein von der örtlichen IHK geprägter Begriff – und dem kalifornischen Silicon Valley schlugen Stefan Schlüter, deutscher Generalkonsul in San Francisco, und Hassan Sawaf, Director, Artificial Intelligence, Amazon. Oliver Tuszik, Vice President Cisco und Vorsitzender der Geschäftsführung, Cisco Deutschland, macht in einer vielbeachteten Keynote deutlich, dass die Digitalisierung auch Bereitschaft zu Veränderung und ein neues Denken braucht.

Was die Digitalisierung für Einkaufen und Dienstleistungen bedeutet, zeigte der Themenpark „Einkaufen“ in verschiedenen Aachener Geschäften – vom Goldschmied bis zum Baumarkt. Themen waren Indoor-Navigation, 3D-Druck, Bezahlsysteme der Zukunft und nicht zuletzt auch die Nutzung digitaler Technologien durch den stationären Handel.

Der Themenpark „Lernen, Bildung & Kultur“ lud zur Teilnahme am Unterricht mit digitalen Medien in Aachener Schulen ein. So konnte man grenzüberschreitenden Sprachunterricht per Videokonferenz erleben. Das Berufskolleg für Gestaltung und Technik informierte über digitales Lernen. Und Hochschulinstitute präsentierten Zukunftstechnologien, wie das Klassenzimmer der Zukunft und ein 3D-Virtual Theatre.

Das Beratungs- und Planungsunternehmen Carpus+Partner war Ort des Themenparks „Arbeiten“. In Business Slams stellten junge Unternehmer und Startups sich selbst und ihre Ideen vor. Wer Lust hatte, konnte außerdem in Workshops mit dem Titel „Mission to Mars“ neue Arbeitswelten erkunden und diskutieren.

Über die Stadt verteilt war der Themenpark „Wohnen, Energie & Wasser“. In innovativen Gebäuden und in Unternehmen der Energiebranche erlebte man vor Ort, wie digitale Technologien Effizienz, Komfort und Sicherheit von Gebäuden und den Umgang mit Energie optimieren. Auch „digitales Wasser“ war Thema. Hier reichte der Bogen von der Wasseraufbereitung, unterstützt durch digitale Technologie, bis hin zum RiverBoat, einem kleinen, smarten Wasserfahrzeug, das Wasserläufe, Seen und Ufer digital erkundet und deren Daten erfasst.

Für den Themenpark Mobilität hatte das ika (Institut für Kraftfahrzeuge Aachen) seine Teststrecke zur Verfügung gestellt. Dort erlebten die Besucher u.a. selbstfahrende Autos, smarte Parkhaustechnologie und eine an der RWTH entwickelte DHL-Paketdrohne und eine modernen Fahrsimulator. Weitere Schwerpunktthemen waren E-Mobilität und smarte modulare Verkehrskonzepte.

Im Aachener Universitätsklinikum und im benachbarten Helmholtz-Institut für medizinische Technik fand der Themenpark Gesundheit statt. Hier wurden u. a. Serviceroboter für Krankenhäuser gezeigt, es gab Prothesen aus dem 3D-Drucker, Diagnose-Chips, Wearables, digitale Einblicke in den Körper und seine Organe sowie das kleinste Kunstherz der Welt.

Der Themenpark „Kommunizieren“ zeigte sein Programm im Medienhaus des Zeitungsverlags Aachen. Hier erlebten die Besucher neue Kommunikationstechnologien, etwa den neuen Mobilfunkstandard 5G, und Kommunikationsanwendungen, wie eine Sprachanalyse durch Computer. Direkt vor Ort konnte man in Führungen auch die Veränderung der Medienproduktion durch die Digitalisierung erleben.

Fazit

War Aachen 2025 erfolgreich? Ja. Und wird es nachwirken? Auch das.

Ein nachhaltiger Erfolg ist das Netzwerk, das sich zur Vorbereitung des Events bildete. Wieviel Arbeit damit verbunden war, ahnte zu Beginn niemand, letztendlich wurden es viele tausend Stunden, die überwiegend ehrenamtlich geleistet wurde. Motivierend waren dabei die vielen neuen Kontakte und die Erfahrung, was man gemeinsam auf die Beine stellen kann. Dazu kam die Erfahrung, wie vielfältig das Thema Digitalisierung in der Region vertreten ist und wieviel Innovationspotenzial es gibt. Das Netzwerk wird weiterbestehen, fast alle „Mitmacher“ wollen im Sinne von Aachen 2025 weiterarbeiten. Neben einer Wiederholung des Events, vielleicht in zwei Jahren, sind hier auch andere, weniger aufwändigere Projekte in der Diskussion.

Dass das Netzwerk Aachen 2025 eine Bürgerinitiative ganz besonderer Art ist, nahmen auch die Stadt Aachen, die Städteregion und die IHK sehr schnell wahr. Deshalb wurden auch sie zu Unterstützern und Mitmachern. Diese Institutionen stehen vor der Herausforderung, intern, vor allem aber auch in der Region den digitalen Wandel zu gestalten. Aachen 2025 zeigte das große Potenzial, Stadt und Region über das Thema Digitalisierung zu positionieren und zu profilieren.

Tatsächlich bieten die vielen Projekte und Entwicklungen, die im Zusammenhang mit Aachen 2025 gezeigt wurden, viele konkrete Ansätze, das Thema Digitalisierung nach vorne zu treiben. Und mit dem Netzwerk Aachen 2025 sind auch die Menschen da, die das engagiert vertreten und kompetent vorantreiben können.

So überlegt jetzt der örtliche Einzelhandel gemeinsam mit der städtischen Wirtschaftsförderung und Hochschulen, wie er mit Digitalisierung das Einkaufen vor Ort stärken kann. Auch wird überlegt, wo und wie Stadt, Unternehmen und Hochschulen beim Thema Innovation besser kooperieren können. Warum sollte die Stadt nicht zu einem „Reallabor“ für neue Entwicklungen werden? Auch eine öffentlichkeitswirksamere Darstellung dessen, was vor Ort an Innovation entwickelt wird, ist Thema. Schließlich gibt es konkrete Pläne, ein „Forum Digitalisierung“ zu schaffen, als Plattform für den gegenseitigen Austausch, als Börse, um Kooperationen zu finden, und als Format, um das Thema Digitalisierung durch öffentlichen Diskurs zu begleiten.

Dabei kann man auch grenzüberschreitend arbeiten. Aachen 2025 hat schon in der Vorbereitung das Interesse der niederländischen Nachbargemeinden geweckt, die auch sehr an dem Thema interessiert sind. Es gibt eine Basis für grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Denn die Digitalisierung macht an Grenzen nicht halt.

Weitere Informationen siehe

Website Aachen 2025: www.aachen2025.de

Facebook: https://www.facebook.com/aachen2025/